Die Google- Tools: Welche sind überhaupt wichtig?
Die Marke Google steht vor allem für die gleichnamige Suchmaschine – dabei hat sich aus dem jungen Startup von einst inzwischen ein mächtiger Weltkonzern entwickelt. Neben zahlreichen Suchfunktionen und dem Betriebssystem Android bietet Google mittlerweile auch immer mehr Technologien, Lösungen und Tools für Unternehmen und Webmaster an.
Längst nicht alle sind dabei für jedes Unternehmen auch wirklich relevant. Mancher Technik-Laie wäre mit den Webmaster-Tools wahrscheinlich erst mal ziemlich überfordert – ebenso braucht es entsprechendes Know-How und analytische Fähigkeiten, um aus den Ergebnissen von Googles Keyword Tool entsprechende Schlussfolgerungen für die eigenen Maßnahmen im Suchmaschinenmarketing zu ziehen.
Wir stellen die wichtigsten Tools vor – was sie können, wer sie braucht und wie man sie anwenden sollte.
Zukunfts- & Trendforschung:
Google Insights for Search
Was kann das Tool?
Mit Google Insights for Search lassen sich die Potentiale von Keywords und Keyword-Kombinationen evaluieren. Darüber hinaus zeigt das Tool an, welche Suchwort-Kombinationen häufig in der Suchmaske eingegeben werden. Mit der Eingrenzung nach Raum und Zeit werden die Entwicklungen von Suchanfragen und saisonal bedingte Schwankungen angezeigt.
Wie wendet man es an?
Die Anwendung von Google Insights for Search ist denkbar einfach: Die Keywords, die von Interesse sind, werden einfach eingegeben – bis zu fünf Eingaben sind simultan möglich. Auf diese Weise können zum Beispiel Synonyme gegeneinander getestet werden. Sollten einzelne Zeiträume, Regionen oder Branchen betrachtet werden, muss dies vor der Auswertung eingegrenzt werden.
Wer braucht es?
Jeder, der ernsthaft Suchmaschinenmarketing betreibt. Aber Achtung: Meistens müssen gewisse linguistische Fähigkeiten vorhanden sein, um rund um ein Keyword auch sinnvolle Synonyme und Suchwort-Kombinationen zu finden. Das Tool eignet sich hervorragend für den Launch einer Webseite und die strategische Optimierung auf Keywords, die hohen Traffic generieren.
Google Trends
Was kann das Tool?
Google Trends analysiert, wie sich Keywords im Verlauf der Zeit entwickeln, also vor allem das Suchvolumen und zeigt zum Beispiel auf, welche Keywords in den zurückliegenden Tagen die meisten Suchanfragen generiert haben. Wenig verwunderlich: Häufig sind diese Anfragen an tagesaktuelle News gekoppelt, so werden vor allem Stars und Schlagzeilen gegoogled. In diesem Sommer natürlich auch die aktuellen und kommenden Olympischen Spiele.
Wie wendet man es an?
Zur Anwendung müssen bloß die Keywords eingegeben werden, die von Interesse sind. Will man zum Beispiel wissen, wie häufig User nach dem neuen Olympia-Star Usain Bolt gesucht haben – und in welchem Kontext – gibt man zum Beispiel den Namen des Sportlers ein. Google Trends zeigt dann, welche Artikel über den Läufer gelesen wurden, wie stark das Suchvolumen in einzelnen Ländern war und wie sich die Suche in den letzten Jahren entwickelt hat.
Wer braucht es?
Interessant ist Google Trends nicht nur für die Suchmaschineoptimierung und Suchmaschinen-Werbung, sondern zum Beispiel auch zur Planung von PR-Maßnahmen und zur Evaluierung von Trends und die Wirksamkeit von Public Relations.
Google Zeitgeist
Was kann das Tool?
Google Zeitgeist knüpft inhaltlich an Insights for Search und Google Trends an und bietet spannende Einblicke und Analysen rund um das Suchverhalten von Usern in der ganzen Welt. So gibt es zum Beispiel die Top 10 der häufigsten Suchanfragen aus dem Jahr 2011 – wahlweise bebildert oder als statistische Auswertung.
Wie wendet man es an?
Die Anwendung ist einfach und unkompliziert. Die Daten können angesehen und Einblicke ins Archiv vorgenommen werden.
Wer braucht es?
Google Zeitgeist ist spannend für jeden, der sich für Suchverhalten interessiert. Hier spielt natürlich auch der Kontext von anderen Medien mit ein – wird häufig über ein Thema oder eine Person debattiert, vermehren sich natürlich auch die Suchanfragen. Auch für SEO, SEA und digitale PR ein sehr nützliches Tool!
Grundlegendes Webseiten-Tool:
Google Webmaster-Tools
Was kann das Tool?
Eine ganze Menge! Die Google Webmaster-Tools sind für Webmaster, Suchmaschinen-Optimierer und Programmierer heute unverzichtbare Werkzeuge. So wird zum Beispiel gezeigt, wie die eigene Webseite von den Google-Crawlern gesehen wird. Darüber hinaus können Traffic und Conversions gemessen werden. Durch die Freigabe und Sperrung einzelner Bereiche einer Webseite und die Erstellung einer Sitemap wird für Google gekennzeichnet, welche Teile die Crawler sehen und indexieren – und welche nicht.
Wie wendet man es an?
Um die Webmaster Tools von Google zu verwenden, muss ein eigenes Konto erstellt werden. Schon kann die Arbeit beginnen: Das bedeutet, man gibt Schritt für Schritt an, welche Bereiche der eigenen Webseite sichtbar – und somit für die Crawler lesbar – werden sollen. Im regelmäßigen Abstand beginnen diese dann, die Webseite zu „besuchen“, zu „lesen“ und entsprechend des aktuellen Suchalgorithmus zu bewerten. Die Analyse-Ergebnisse lassen sich anschließend über die Webmaster Tools einsehen. Darüber hinaus wird deutlich, über welche Landingpages die meisten Besucher auf die Webseite gelangen und wie hoch die Conversion-Raten sind.
Wer braucht es?
Die Google Webmaster Tools sind unverzichtbar für jeden Webseiten-Betreiber – es sei denn, die eigene Webseite soll niemals bei Google auffindbar sein oder Suchmaschinenmarketing spielt im eigenen Unternehmen keine Rolle. Aber Achtung: Hier gilt es, auch wirklich kein Update von Google zu verschlafen. Sonst wacht man eines schönen Morgens auf und stellt fest, dass die Webseite nun plötzlich von Platz 3 auf Platz 300 im Ranking abgerutscht ist.
Traffic & Besucherströme:
Google Analytics
Was kann das Tool?
Google Analytics ist – vor allem im Zusammenspiel mit den Webmaster Tools von Google – perfekt für die digitale Kampagnenplanung. Hier wird detailliert aufgezeigt, über welches Werbemittel oder welchen Channel die Besucherströme zur Webseite kommen. Darüber hinaus spielt Google Analytics statistisch aufbereitete Daten darüber aus, wie viele User jeweils aus welchem Land auf die Webseite kamen und wie viel Traffic die Webseite täglich erhält.
Wie wendet man es an?
Ganz einfach: Im ersten Schritt sollten die Registrierung und die Verwaltung der eigenen Daten erfolgen. Dazu gehört auch, die eigene Webseite und deren Aktivitäten zu registrieren. Eine E-Mail-Kampagne kann von Google ebenso berücksichtigt werden wie AdWords und die organische Suche. Nun können die Daten täglich eingesehen und ausgewertet werden.
Wer braucht es?
Jedes Unternehmen, das auf Onlinemarketing, vor allem auf Suchmaschinenmarketing, setzt und seine Aktivitäten noch besser planen möchte.
Google AdWords & SEO:
Keyword Tool
Was kann das Tool?
Das Google Keyword Tool ist sehr nützlich, wenn zum Beispiel der Einsatz von sprechenden URLs und Keyword-Optimierung geplant werden. Hier werden einfach verschiedene Suchbegriffe durch den Anwender eingetragen – die Registrierung ist übrigens notwendig, um das Keyword Tool von Google zu nutzen! Dabei ist es möglich, mehrere Keywords gleichzeitig, untereinander einzugeben, natürlich auch Mid- und Long-Tail-Kombinationen. Das Keyword Tool zeigt dann auf, welche Suchanfragen rund um den eingegebenen Suchbegriff von Usern gestellt werden und bietet detaillierte Informationen, etwa wie hoch das Suchvolumen ist, wie viel der CpC kostet oder wie sich die Suchintensität monatlich verändert.
Wie wendet man es an?
Einfach ein oder mehrere Suchbegriffe oder Suchwort-Kombinationen eingeben und diese auswerten lassen. Wer es etwas präziser mag, kann auch bestimmte Filter verwenden. Die ausgespielten Daten können zu Analysezwecken anschließend in eine Excel-Datei übertragen werden.
Wer braucht es?
Das Keyword Tool braucht jeder, der sich mit Suchmaschinenmarketing – egal, ob bezahltes SEA oder organisches SEO – auseinander setzt, die einzelnen Bereiche einer Webseite sinnvoll benennt, die eigene Webseite erstmals launcht oder sich für das Suchverhalten von Usern interessiert.
Traffic Estimator
Was kann das Tool?
Der Google Traffic Estimator zeigt auf, wie viel eine Anzeige auf ein gebuchtes Keyword kostet und auf welchen Platz es die eigene Anzeige innerhalb der SEA-Anzeigen schaffen würde. Die Suche lässt sich lokal eingrenzen, wenn zum Beispiel nur User im Raum Berlin angesprochen werden sollen. Natürlich kann Google keine reellen Klicks garantieren oder prognostizieren. Das Suchvolumen zu bestimmten Suchbegriffen lässt sich vor allem über Insights for Search und das Keyword Tool ermitteln.
Wie wendet man es an?
Einfach die gewünschten Keywords eingeben lassen und Google den Rest machen lassen. Wichtig: Die Zahlen erhalten erst im Zusammenspiel mit den übrigen Tools von Google eine bessere Aussagekraft. Eine gute Strategie: Wer mit einem geringen Budget bei AdWords starten möchte, kann die Anzeigen auf strategische Nischen-Keywords und Longtail-Begriffe schalten, außerdem sollte die Anzeige dann lokal eingegrenzt werden. So lassen sich oft günstige Alternativen zu besonders hart umkämpften Suchwörtern finden.
Wer braucht es?
Das Tool ist vor allem für Suchmaschinenwerbung praktisch. Aber auch für reine SEO-Maßnahmen lassen sich hierüber Schlüsse ziehen, welche Keywords besonders wertvoll sind – hier macht es aus Budget-Gründen dann Sinn, auf solche Begriffe langfristig organisch zu optimieren, um dann teures AdWords-Budget zu sparen.
Contextual Targeting Tool
Was kann das Tool?
Das Contextual Targeting Tool ist nützlich, wenn Display-Anzeigen auf den Seiten des Google Content Networks platziert werden sollen. Hier können die Keyword-Sets festgelegt werden, in dessen inhaltlichem Kontext die eigene Werbung ausgespielt werden soll. Ob reine Textanzeige oder Werbebanner spielt dabei keine Rolle.
Wie wendet man es an?
Um das Tool zu verwenden, genügt es nicht, nur eine lose Liste von Keywords zu haben. Entscheidend ist, hier redaktionell zu denken und zu wissen, welche Themen und Begriffe für die eigene Zielgruppe und das eigene Produkt besonders gut geeignet sein könnten. Ebenso wichtig sind die Inhalte – also Text, Bild oder Grafik – mit denen geworben wird.
Wer braucht es?
Alle, die im Onlinemarketing mit dem Google Content Network arbeiten möchten und deren Angebot gut ins redaktionelle Umfeld passt.